rohrDieses Buch von Richard Rohr gehört zu denen, die ich sicher noch einmal gerne in die Hand nehmen werde. Der Franziskanerpater geht mit dem Leser durch die Bibel und zeigt auf, wie sich das göttliche Wort im Laufe der Geschichte dem spirituellen Bewusstsein der Menschen angepasst, dieses aber auch nach vorne hin aufgebrochen hat. Am Ziel der Entwicklung steht die größte Offenbarung Gottes in Jesus Christus: dass Gott die Liebe ist. Der Weg dahin verläuft nicht geradlinig. Es gibt Höhepunkte und dann wieder Rückfälle und Umwege – so wie eben auch auf unseren persönlichen geistlichen Reifungswegen.

Manches, was Richard Rohr schreibt, ist mir zu hoch und zu wunderbar. Er geht bis zu den Grenzen des Nachvollziehbaren – Scholastik – und seine Mystik kann ich manchmal nicht mehr einordnen. Dennoch überwiegt in diesem Buch die Weisheit und die zu Herzen gehenden Gedanken, die es leicht machen, sich in Gott zu verlieben. Rohr hat mich herausgefordert tiefere Verwandlung zuzulassen. Eben jenes Wirken des göttlichen Geistes, das „über bitten und verstehen“ geht (Eph. 3, 20).

Richard Rohr schreibt auf Seite 47: „Ich hoffe, ich kann im Verlauf dieses ganzen Buches immer sowohl ihren Kopf als auch zu ihrem Herzen sprechen und Sie in jenen Raum des Dazwischen versetzen, in dem Sie nicht zu sehr die Kontrolle behalten – und Gott zum Zug kommen kann.“

Ich meine, Richard Rohr ist das gelungen.

Ins Herz geschrieben – Richard Rohr
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